Alle wichtigen Infrastrukturprojekte im Kreis Böblingen im Bundesverkehrswegeplan Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat in dieser Woche den Bundesverkehrswegeplan veröffentlicht, in den auch fünf Projekte aus dem Kreis Böblingen aufgenommen worden sind. „Der Autobahnausbau der A81 zwischen Sindelfingen-Ost und Böblingen-Hulb mit Deckel ist eines von wenigen Projekten, denen die höchste Dringlichkeitsstufe zugewiesen worden ist. Das heißt, daran wird nicht mehr gerüttelt“, so der Böblinger Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf 226,3 Millionen Euro, von denen der Bund fast 175 Mio. Euro trägt. „Das Projekt ist die wichtigste Infrastrukturmaßnahme des Kreises Böblingen“, sagt Paul Nemeth, Landtagsabgeordneter aus Böblingen.

„Beim Ausbau ist jetzt Tempo geboten, denn mit über 130.000 Autos am Tag sind die Lärmbelästigung für die Menschen und die Staus für die Wirtschaft zu einer zunehmenden Belastung geworden.“

In den sogenannten „Vordringlichen Bedarf“ sind Erweiterungsmaßnahmen auf der A8 (Autobahndreieck Leonberg – Autobahnkreuz Stuttgart) und auf der A81 (Autobahnkreuz Stuttgart – Anschlussstelle Sindelfingen-Ost) aufgenommen worden. „Das heißt, die A81 wird in absehbarer Zeit zwischen Böblingen-Hulb bis zum Autobahnkreuz Stuttgart ausgebaut werden – ein zentraler Schritt“, erläutert Binninger. Die Maßnahmen umfassen insgesamt ein Kostenvolumen in Höhe von ca. 110 Mio. Euro. Im Hinblick auf den Ausbau der A8 ergänzt die Leonberger Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz: „Es ist für meinen Wahlkreis besonders wichtig, dass der Bund den weiteren Ausbau in Angriff nehmen wird“.

Auch den Ausbau der B464 an der Altdorfer Kreuzung in Holzgerlingen priorisiert der Bundesverkehrswegeplan nochmal mit der obersten Dringlichkeitsstufe. Die Maßnahme befindet sich bereits im Bau, wofür der Bund sechs Mio. Euro zur Verfügung stellt. Das Schienenvorhaben „Gäubahn“ von Stuttgart über Singen bis zur deutsch-schweizerischen Grenze ist ebenfalls in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Die Kosten betragen insgesamt 162 Mio. Euro, die Planfeststellung erfolgte zum Teil bereits. Beim Lückenschluss der B294/B464 bei Magstadt/Renningen handelt es sich um Erweiterungsmaßnahmen, die für den Bundesverkehrswegeplan nicht relevant sind, wofür jedoch entsprechende Mittel zur Verfügung stehen.

Der Bundesverkehrswegeplan wird etwa alle zehn Jahre neu erstellt und dient zur Steuerung der Verkehrsinvestitionen. Derzeit stehen Projekte im Gesamtwert von 264 Mrd. Euro für den Zeithorizont bis 2030 zur Diskussion. Letztlich entscheidet jedoch der Deutsche Bundestag verbindlich darüber, welche Verkehrsprojekte und mit welcher Dringlichkeit diese Projekte geplant und aus dem Bundeshaushalt finanziert werden sollen. Auf der Internetseite des Bundesverkehrsministeriums (www.bmvi.de) steht ein Kontaktformular für Stellungnahmen zum Bundesverkehrswegeplan seitens der Öffentlichkeit bereit.